“Rackspace hat in den letzten 12 Monaten dabei einen besonders großen Sprung gemacht“

Experteninterview zum aktuellen Crisp Vendor Universe 2018 Cloud Computing

Die Einstufung von Rackspace als Accelerator im neuen Marktreport „Crisp Vendor Universe 2018 – Cloud Computing Anbieter & Dienstleister im Vergleich“ ist eines meiner ganz persönlichen Highlights in diesem Jahr, da sie unsere Position im deutschen Markt bestätigt. Besonders freut mich, dass wir dabei in den drei relevanten Kategorien von Managed Cloud Providern ausgezeichnet wurden, die laut Crisp „für Unternehmen interessant sein sollten“:

  • Managed Public Cloud Provider
  • Managed Hybrid Cloud Provider
  • Managed Kubernetes & Container Service Provider

Der Report stellt fest, dass wir uns im Marktsegment Managed Public Cloud dabei aufgrund einer ausgereiften Public-Cloud-Kompetenz immer mehr zu einem attraktiven Partner vor Ort entwickeln und ebenfalls im Bereich Managed Hybrid Cloud mit unserem Portfolio als Option für viele Unternehmen gesehen werden.

Als allgemeine Stärken wurden speziell unser umfangreiches Infrastruktur- und Service Portfolio, unser breites Partnernetzwerk und unser hohes Synergiepotential hervorgehoben.

Ich wollte es aber noch genauer wissen und habe bei Maximilian Hille, Senior Analyst bei Crisp Research, noch einmal nachgefragt. Seine Experteneinschätzung zur Einstufung sowie zur aktuellen Situation im Cloud-Markt hier noch einmal zum Nachlesen:

Jens Puhle: Gab es bei den Bewertungen und Ergebnissen des diesjährigen Reports besondere Überraschungen für Sie? Haben Sie den Aufstieg von Rackspace in den Accelerator-Quadranten erwartet?

Maximilian Hille: Wir beobachten den Markt insbesondere im deutschsprachigen Raum sehr genau. Trotzdem ist es bemerkenswert, wie viel sich bei einzelnen Anbietern und Service Providern innerhalb von 12 Monaten ändern kann. In den Projekten und Gesprächen mit vielen Unternehmen erhält man durchaus guten Einblick in die Veränderungen und neuen Maßstäbe, die in Sachen Cloud Computing hierzulande gelten. Rackspace hat in den letzten 12 Monaten dabei einen besonders großen Sprung gemacht, das ist richtig. Es war aber nicht direkt unerwartet, da die grundsätzliche Strategie und Expertise schon immer vorhanden war. Das Rackspace als DACH-Organisation in der kurzen Zeit jedoch noch einmal in Sachen Ressourcen und Delivery-Kompetenz nachlegen konnte, zeigt einerseits die klare strategische Bedeutung dieses Marktes und andererseits auch das Potential, was in den Anbietern noch steckt.

Jens Puhle: Wie beurteilen Sie die Positionierung von Rackspace innerhalb des Accelerator-Quadranten und was sind aus Ihrer Sicht die besonderen Stärken des Unternehmens?

 Maximilian Hille: Rackspace ist im Vergleich zu den meisten seiner Mitbewerber deutlich globaler aufgestellt. Viele der führenden Dienstleister agieren fast ausschließlich auf dem deutschsprachigen bzw. zentral-europäischen Markt. Das bestätigt aber auch, dass diese globalen Player mit der richtigen regionalen Strategie und vor allem dem richtigen regionalen Team erfolgreich sein können. Die besondere Stärke von Rackspace liegt darin, die eigene Infrastruktur-Kompetenz aus dem Kerngeschäft mit nahezu allen relevanten Cloud-Technologien und Plattformen verbinden zu können. Rackspace kann somit die Dynamik eines Startups in den entsprechend neuen „cloud-native“ Dienstleistungssegmenten bieten und gleichzeitig bei anderen Kunden die Professionalität und Erfahrung eines Enterprise Service Providers mitbringen.

Jens Puhle: Wie erklären Sie sich und wie beurteilen Sie aus Ihrer Sicht, dass insgesamt nur zwei von den insgesamt 108 aufgenommenen Anbietern sowohl im Managed Public und Hybrid Cloud Segment als auch im Segment der Container Service Provider bewertet wurden?

Maximilian Hille: Ein wichtiger Grund dafür ist die derzeitige Reife des Marktes. Lange Zeit wurden Dienstleister rund um Cloud-Technologien wenig differenziert betrachtet. Das lag daran, dass die meisten Dienstleister oft als Generalverantwortliche für Cloud-Fragen hinzugezogen wurden und sich mit dieser Rolle abfinden mussten. Da jedoch auch die Unternehmen über die Jahre hinweg deutlich mehr Erfahrungen rund um die Cloud sammeln konnten und auch mehr Cloud-Projekte realisiert haben, hat sich auch das Anforderungsspektrum geschärft. Die meisten Dienstleister besetzen ganz bewusst nur einzelne Märkte. Das kann den Grund haben, dass sie dort ihre Stärken sehen oder auch aus historischen Gründen andere Märkte nicht bedienen können. Im Rahmen des Research haben wir von Crisp Research entschieden, dass eine Trennung der Dienstleister rund um Cloud Computing notwendig ist. Daher haben wir die drei Dienstleister-Märkte deutlich klarer voneinander abgegrenzt und Leistungsangebote und Peer Groups genauer zusammengefasst. Dennoch gibt es einzelne Dienstleister, die ein sehr breites Portfolio aufweisen. Kann ein Dienstleister auf höchstem Enterprise Niveau hybride Cloud-Architekturen betreiben und gleichzeitig an anderer Stelle reine Cloud- oder Container-Projekte begleiten, so ist er notwendigerweise auch in mehreren Segmenten als relevanter Anbieter geführt. Der Markt zeigt aber, dass dies klar die Ausnahme ist.

Jens Puhle: Welche Hyperscaler-Plattformen sind aus Ihrer Sicht in Deutschland gefragt und warum? Wie sehen Sie diese Entwicklungen – kurz- und langfristig?

Maximilian Hille: Der Markt der Public Cloud Infrastruktur Plattformen ist tatsächlich deutlich polyglotter, als es der allgemeine Eindruck vermuten lässt. Es gibt beispielsweise einige kleinere IaaS-Anbieter wie ProfitBricks oder auch gridscale, die als regionalere Marken mit einem klaren IaaS-Fokus gerade für den Mittelstand ein guter Einstiegspunkt sind. Im Kreise der großen und relevanten Player werden immer häufiger auch IBM und Alibaba genannt, die beispielsweise die PaaS-Plattformen von SAP und Salesforce in weiten Teilen überholt haben. IBM geht seinen ganz eigenen Weg, der eng mit der Private Cloud-Strategie verbunden ist und so eine weitere Sonderstellung einnimmt. Die Alibaba Cloud ist sehr stark mit der AWS-Plattform vergleichbar. Die Stärke wird daher auch langfristig auf dem asiatischen Markt bzw. für Unternehmen mit asiatischem Footprint interessant sein. Trotz dieser neuen Entwicklungen ist aber eigentlich klar, dass die mit Abstand größten Marktanteile kurz- und langfristig bei Amazon Web Services, Microsoft Azure und der Google Cloud Platform liegen werden. Hier sind die Kräfteverhältnisse offener als viele denken. Google hat mächtig aufgeholt und zeigt langsam auch, dass die angekündigte Enterprise-Strategie wirklich zum Tragen kommt. Auf der Plattform-Seite haben alle Anbieter ihre Stärken und Schwächen. Eine gute Public Cloud-Plattform zeichnet sich vor allem durch eine hoher User Experience und Stabilität, ein performantes und durch Plattform-Services anpassbares IaaS und perspektivisch vor allem die Lösungen im Open Source-Umfeld aus. Hier sehen wir ein besonders großes Potential, was die Unternehmen schon bald nutzen werden. Maßgeblich ist derzeit für den Erfolg der Cloud Plattformen, dass ausreichender Wissenstransfer bzw. Trainings und vor allem ein exzellentes Partner Netzwerk zur Verfügung stehen, um die Services auch an die Unternehmen weitergeben zu können.

Alles in allem, freuen wir uns sehr über das gute Abschneiden im Crisp Vendor Universe in diesem Jahr. Dies zeigt, dass wir nun auch hier zu den führenden Managed Cloud Providern zählen. Unser Ziel ist es, unsere Provider- und Cloud-Strategie langfristig weiterzuverfolgen, um so zu einem der führenden Cloud-Partner in Deutschland zu werden.

Crisp Vendor Universe 2018 Cloud ComputingAllen, die an weiteren Details interessiert sind, kann ich die Executive Version des Reports empfehlen, die es hier bei uns zum Download gibt:
https://go.rackspace.com/cloud-anbieter-im-vergleich.html

Foto Titelbild von Samuel Zeller | unsplash.com

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