Retained IT und Cloud Adoption

Wie Sie die Herausforderungen der Implementierung neuer IT-Technologie meistern und alle Anforderungen zufriedenstellend in den Prozess integrieren

Ausgangssituation

Es ist immer wieder zu sehen, wie schwer der Einsatz neuer moderner IT-Technologien gerade mittleren oder großen Unternehmen fällt. Oft ist seit mehreren Jahren IT-Outsourcing als Betriebsmodell im Einsatz und die „retained“ IT besteht nur noch aus wenigen Personen, die die Leistungen der Outsourcer steuern. Das Wissen um die Bereitstellung traditioneller IT Technologien ist dort zwar stark vertreten, Erfahrungen mit Cloud Plattformen aber doch eher selten. Zeitgleich haben die Fachbereiche der Unternehmen oft Zugriff auf Softwareentwickler, die sich schon länger mit modernen Methoden und Plattformen auseinandersetzen. Diese fragen sich dann oft, wieso die Bereitstellung einer IT-Ressource so lange dauert. Ein weiterer Faktor ist, dass die Fachbereiche Veränderungen schneller brauchen als bisher und somit stark von IT-Technologien abhängig sind. In diesem Konfliktfeld versucht das IT-Management alle Anforderungen zufrieden zu stellen. Das gelingt aber nur selten und mündet im schlimmsten Fall in einer Verteidigungshaltung oder Schockstarre. Und diese Situation hilft niemandem.

Wege aus dem Dilemma

Unternehmen gehen unterschiedliche Wege, um diesen Knoten zu lösen. Die einen reduzieren den IT-Verantwortungsbereich auf die gemeinsam benutzten (Office)-Systeme und überlassen die Fachbereichssystemen den jeweiligen Geschäftsbereichen. Eine andere Option ist Augen zu und weiter machen wie bisher. Andere beginnen ein Insourcing der IT, um dann die Veränderungen anzustoßen.
Alle diese Optionen haben ihr Für und Wider, es stellt sich jedoch die wichtige Frage: Was hilft dem Unternehmen am meisten? Wie schon in der Kriminalistik weist der Satz „Folgt dem Geld“ den Weg. Er bedeutet, dass die Analyse dort gestartet werden sollte, wo am meisten Geschäftspotenzial vorhanden ist, das durch moderne IT-Technologien unterstützt werden kann. Mit diesen Informationen und den Verantwortlichen aus dem Fachbereich sowie einem Projektleiter aus dem IT-Bereich kann dann die Initiative gestartet werden. Ein externer Partner hilft zudem, sich schnell einen Überblick zu verschaffen oder gemeinsam einen Lösungsansatz zu entwickeln. Eine solche Partnerschaft reduziert auch das Risiko in Bezug auf Zeit und Budget. Zum einen dadurch, dass zusätzliches technisches Knowhow zur Verfügung steht, und zum anderen durch die Projekterfahrung im entsprechenden Umfeld.

Die ersten Schritte in Richtung Cloud

Am besten ist es immer, eine Anwendung oder einen Service zu haben, anhand denen sich die ersten Umgebungen aufbauen lassen. Je konkreter, desto höher der gemeinsame Lerneffekt. Kernpunkt des Ganzen ist eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Softwareentwicklungsteam, Fachbereich, IT-Projektleiter und externem Partner. Alle haben das gleiche Schicksal und müssen ans Ziel kommen, Schuldzuweisungen helfen wenig.
Je größer die Unternehmen werden, desto komplexer sind oft die IT-Rahmenbedingungen, die man auch in einer Cloudwelt beachten muss. So sind beispielsweise bestimmte Netzwerkstrukturen vorhanden, die man nicht einfach umwerfen kann, oder bestimmte Sicherheitsfunktionen sind notwendig. Diese sind oft vor den ersten Workloads bereitzustellen, um überhaupt etwas auf einer Cloudplattform zu betreiben. Beispiele hierfür sind ADFS Systeme für Office365 Online Services oder Netzwerkstrukturen zur Anbindung und innerhalb einer Cloud Plattform. Um dieses frühzeitig zu lösen, kann als erstes auch eine „Landing Zone“ entwickelt und definiert werden. Diese beinhaltet dann gemeinsam genutzte Systeme, Netzwerkverbindungen, IP-Adressschema, Kommunikationsregeln usw. und bereitet damit den Boden für einzelne Anwendungen.

Stichwort Zusammenarbeit: Weitere Erfahrungswerte

Wie verbindet man aber das klassische Silomodell aus IT-Operations, IT-Architecture und Software-Development auf technischer Ebene? Beispielsweise wenn IT-Operations weiterhin die volle Verantwortung für die Produktions- und QA-Landschaft haben soll, aber die Entwickler selbst auch die Infrastrukturkomponenten aus der CI/CD Pipeline generieren wollen? Dann greifen Entwickler direkt in die Verantwortung von IT-Operations ein, was erfahrungsgemäß keine Begeisterung ausbrechen lässt. Um diesem Problem zu entgehen, hilft es, sich Regeln im Bereich Cloud Governance (generelle Zusammenarbeit) und Cloud Management Office (täglicher Betrieb) zu geben. Auch hier kann ein Provider mit Clouderfahrung sehr hilfreich sein und viel Zeit sparen.

Zusammenfassung und Learning

Es gibt also unterschiedliche Ansätze, wie Unternehmen ihre IT Infrastruktur angehen können. Entweder versuchen es die Verantwortlichen anhand einer Anwendung und lernen gemeinsam. Oder sie bedienen sich eines Managed Cloud Service Providers zur Definition des Betriebsmodells, der Zusammenarbeit, der Integration von DevOps Philosophien sowie Architektur-, Implementierungs- und Betriebsleistungen. Beides hat seine Vor- und Nachteile – und beide Methoden sind besser als abzuwarten, bis die IT nicht mehr zukunftsfähig ist.

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