Versicherungen wechseln zunehmend in die Cloud

Die Prognose für viele Branchen beinhaltet den Wechsel zu einem Cloud-First-Modell, an dem die Versicherungswirtschaft unserer Meinung nach genauso teilnehmen sollte, wenn nicht sogar muss. Cloud Computing stellt für Unternehmen einen seismischen Wandel in der Arbeitsweise und Kultur dar. Sie schafft neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Remote-Arbeitspraktiken, der Zusammenarbeit in Projekten und der Verbesserung der IT-Prozesse, die alle zusätzlich auch neuen finanzielle Aspekte eröffnen. Fin- und InsurTech´s haben sich der Cloud verschrieben, und wir sind der Meinung, dass die Versicherungsunternehmen diesem Trend folgen sollten.

Wenn es um die Cloud für Versicherungen geht, übersteigen die Chancen mittlerweile die Risiken. Ein absolutes Pro für den Cloud-Einsatz sind bspw. die positiven Erfahrungen durch innovative und kundenorientierte Erweiterungen des Produktportfolios von Unternehmen.

Frühere Hindernisse für Cloud-Computing

Zuvor gab es Widerstand gegen den Wechsel in die Cloud, da Bedenken hinsichtlich der Einhaltung von Branchenvorschriften bestanden. Inzwischen ist es aber möglich, hochsichere Umgebungen die oft robuster als der interne IT-Betrieb sind, zu schaffen, da Cloud-Anbieter mit den neuesten Innovationen up-2-date bleiben. Die bestehende Infrastruktur hat einige Versicherungsunternehmen daran gehindert in die Cloud zu wechseln, da dies nicht nur den Aufbau neuer Systeme, sondern auch die gleichzeitige Aktualisierung alter Systeme bedeutet.

Die gegenwärtige Situation

Die Versicherungswirtschaft erkennt zunehmend, welche Chancen sich aus dem Einsatz von Cloud-Lösungen ergeben. Sie beginnen, die Cloud in Betracht zu ziehen, da sich in Planungsphasen einer neuen Strukturierung häufig Fragen nach dem „Wie, Wann und Wohin umziehen“ stellen.

Einige Versicherungsunternehmen nutzen die Cloud bereits für bspw. Software-Entwicklungsprojekte, Lösungen für den Kundenservice oder den Vertrieb mit beliebten Anwendungen wie z. B. Office 365, Skype, SFDC und Dropbox.

Dabei ist die Einhaltung höchster IT-Sicherheitsstandards für die Versicherungswirtschaft unerlässlich. Beispielsweise müssen personenbezogene Daten sowohl im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes als auch der EU-Datenschutzgrundverordnung (EU DSGVO) geschützt sein. Dies gilt für den internen IT-Betrieb und vor allem auch für den Einsatz von Cloud-Lösungen. Für die Branche sind insbesondere auch verschiedene Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und Empfehlungen wie z.B. MaRisk, BAIT / VAIT, § 7 und § 10 BSI-KritisV, die Empfehlungen zur Auslagerung an Cloud-Anbieter der Europäischen Bankaufsicht (European Banking Authority), die Richtlinien der BaFin für Cloud Computing und der CLOUD Act der USA von Relevanz.

Die Aufgaben an die Unternehmens-IT ist durch viele unbekannte Faktoren und Variablen gekennzeichnet, da sich schwer vorhersagen lässt, in welche Richtung sich Geschäfte und deren Prozesse entwickeln. Dieser Umstand stellt hohe Anforderungen an die Agilität der verfügbaren IT-Infrastruktur.

Die Arbeit mit Cloud-Partnern

Um den sich ändernden Kundenerwartungen und dem Marktwettbewerb gerecht zu werden, müssen Versicherungsunternehmen digitale, ständig verfügbare IT-Delivery-Modelle implementieren. Dazu benötigen sie einen vertrauenswürdigen Partner, der sie durch die Feinheiten der Cloud-Migration führt, ihnen hilft, zur richtigen Zeit auf die richtige Cloud-Plattform zu wechseln und die für einen reibungslosen Übergang erforderliche Unterstützung bietet.

 Bei der Wahl eines Cloud-Partners ist – nicht nur für Versicherungen – eine vorherige Dokumentation aller beinhalteten Schritte unerlässlich – von der Strategie über die Cloud-Migrationsreise bis hin zur Exit-Strategie. Jede Organisation muss zunächst alle relevanten internen Prozesse überprüfen, um festzustellen, ob ein Wechsel in die Cloud durchführbar ist und danach eine fundierte Entscheidung treffen. Beim Outsourcing gilt es außerdem das Risikomanagement und die Steuerungsprozesse der Cloud-Partner zu berücksichtigen.

Die Vorteile der Cloud

Die Cloud bietet große Vorteile auf dem Gebiet der Kostenkontrolle und kann darüber hinaus auch bei strategischer Nutzung zur Standardisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen beitragen. Unternehmen, die ausschließlich die Cloud nutzen, erzielen meist höhere Wachstumsraten und Gewinne als Unternehmen, die sich gänzlich gegen den Einsatz wehren. Beispielsweise ermöglicht die Cloud die innovative Nutzung großer Datenmengen (Stichwort: Big Data Transformation), um so Produkte maßgeschneidert und schneller nach den Wünschen der Kunden zu entwickeln.

Sicherheit, Governance, Risikomanagement und Compliance: PCI-, ISO-, SOC- und FISMA-konforme Lösungen sowie Disaster-Recovery- und Business Continuity-Lösungen erfüllen heute schon unterschiedliche Finanzbestimmungen. Die positive Resonanz auf Public- und Private-Cloud-Varianten ist keine Überraschung, da sich die Unternehmen mittlerweile mit den Vorzügen vertraut gemacht haben. Unternehmen, die auf Cloud Computing setzen, sehen darin eine einfache, flexible und kostengünstige Alternative zum Einsatz von eigenen Servern oder Rechenzentren. So vermeiden Sie teure und langfristige Investitionen in Soft- und Hardware und skalieren stattdessen die Dienstleistungen entsprechend ihrer saisonalen Bedürfnisse.

Mit dem Umstieg auf eine Cloud-Lösung erhalten Versicherungsunternehmen nicht nur Kostenvorteile, sondern können sich mit dem Einsatz eines vertrauenswürdigen Partners auch einen immensen Wettbewerbsvorteil verschaffen – und das gänzlich ohne auf Wahrscheinlichkeiten zu setzen.

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